Proven success

M+W Referenz

Einsatzfälle industrieller Instandsetzung unter realen Bedingungen

Bearbeitung eines Haspeldorns für die Walzindustrie

Ausgangssituation

In einem Warmwalzwerk gehört der Haspeldorn zu den am stärksten beanspruchten Anlagenkomponenten. Seine Aufgabe: das glühend heiße Stahlband sicher und hochpräzise zu einem Coil aufzuwickeln. 

Durch die permanente mechanische Beanspruchung, enorme Zugkräfte und ein aggressives Umfeld (Zunder, extreme Temperaturschwankungen) unterlag der rund 14 Tonnen schwere Haspeldorn unseres Kunden massivem Verschleiß. Die messtechnische Befundung zeigte deutliche Riefenbildung und Druckstellen am Dornkörper sowie starken Verschleiß an den Spreizsegmenten. 

Um unsaubere Bandkanten beim Wickeln und ungeplante, Anlagenstillstände zu vermeiden, war eine ganzheitliche Instandsetzung dringend erforderlich.

Facts & Figures

Bauteil:

Einsatzbereich:

Gewicht:

Abmessungen:

Bearbeitete Komponenten:

Qualitätsprüfung: 

Haspeldorn

Warmwalzwerk

ca. 14 t 

ca. 4.800 mm (Länge) x 770 mm (Ø)

Dornkörper, Kolbenstange, Kupplung, Ritzel, Spreizstange, Spreiztrommel, Segmente und Stützlager

Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung (Farbeindringverfahren)
und lückenlose Maßprotokollierung
(z.B. Passungen 54 H7, 120 H7, 264 f7)

Aufgabenstellung

Ziel war die vollständige Wiederherstellung der komplexen Anlage auf Neuteil-Niveau.

Die Aufgabe umfasste die komplette Demontage des Haspeldorns sowie die Erstellung eines detaillierten Maßprotokolls. Kritische mechanische Zonen mussten zwingend mittels Rissprüfung auf Materialermüdung untersucht werden. 

Darüber hinaus umfassten die Vorgaben die fertigungstechnische Einhaltung strengster OEM-Toleranzen, die komplette Erneuerung aller Verschleißteile sowie die abschließende Kennzeichnung und dokumentierte Funktionsprüfung (Probespreizung) vor der Auslieferung.

Vorgehen

Unser Team hat das Projekt nach einem fest definierten, qualitätsgesicherten Ablauf durchgeführt:

  • Schadensaufnahme & Demontage: Fachgerechtes Zerlegen des tonnenschweren Bauteils sowie die detaillierte messtechnische Erfassung aller Ist- und Soll-Maße für Dornkörper, Spreiztrommel, Segmente und Spreizstange.
  • Befundung & Werkstoffprüfung (ZfP): Durchführung des Farbeindringverfahrens an den hochbelasteten Aufnahmezapfen der Kupplung (an Spreizstange und Spreizzylinder) sowie an der Verzahnung des Zahnradpaars, um Risse und Materialermüdung absolut sicher auszuschließen.
  • Mechanische Instandsetzung: Höchstpräzise Überarbeitung der Kernkomponenten, um Riefen zu beseitigen und die geforderten Passungen wiederherzustellen.
  • Komponentenerneuerung & Montage: Austausch sämtlicher DIN-Teile, Dichtungen, Wälzlager des Stützlagers, Federpakete und Zugglieder. Anschließend erfolgte die passgenaue Montage, das Einstellen der erforderlichen Spiele sowie das komplette Abfetten.

Gespreizter Zustand: Soll-Ø = 700
Entspreizter Zustand: Soll-Ø = 736

Ergebnis

Den Abschluss des Projekts bildete eine erfolgreiche Probespreizung auf unserem Prüfstand. Die Messprotokolle belegen die kompromisslose Symmetrie und Rundlaufpräzision: 

Der Zieldurchmesser im gespreizten Zustand (770 mm) wurde exakt getroffen, bei einem validierten Hub von 54,2 mm.

Durch diese systematische Instandsetzung profitiert der Kunde von einer neuwertigen Anlagenkomponente, die höchste Prozessstabilität und einen optimalen Kraftschluss beim Wickeln garantiert. Anstelle einer kostenintensiven und langwierigen Neuanschaffung liefert dieser Ansatz maximale Anlagenverfügbarkeit. Zudem punktet das Projekt in Sachen Nachhaltigkeit: Durch die Wiederaufbereitung von rund 14 Tonnen massivem Stahl werden erhebliche Ressourcen eingespart.

Wir reparieren nicht nur, sondern bringen hochbelastete Anlagenkomponenten präzise zurück auf Neuteil-Niveau. Das sichert unseren Kunden maximale Anlagenverfügbarkeit ab dem ersten Coil.

M+W Qualitätssicherung

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